Quickstep Standard
Geschichte & Ursprung
Der Quickstep entstand in den frühen 1920er Jahren in England als Weiterentwicklung des Foxtrot. Durch die Einflüsse des Charleston und afroamerikanischer Tanzstile wurde er schneller und spielerischer. 1927 wurde er als eigenständiger Tanz bei Wettbewerben anerkannt.
Charakteristik
Der Quickstep ist ein lebhafter Standardtanz mit fließenden, eleganten Bewegungen und schnellen, leichten Füßen. Weite Schritte, lockere Chassés, Sprünge und Läufe verleihen den Tänzern ein schwebendes, federndes Erscheinungsbild. Getanzt wird in geschlossener Haltung gegen den Uhrzeigersinn (Line of Dance).
1Basic Step – Grundschritt
Zwei langsame Schritte (Slow) und zwei schnelle Schritte (Quick-Quick) als Vorwärts- und Rückwärtsbewegung in geschlossener Haltung. Das Gewicht fließt von Fuß zu Fuß, mit Heel-Toe vorwärts und Toe-Heel rückwärts. Die Haltung bleibt aufrecht und kontrolliert.
2Right Turn – Rechtsdrehung
3/8-Drehung nach rechts über zwei Takte (S-Q-Q-S-Q-Q), bei der Herr und Dame zusammen im Uhrzeigersinn rotieren. Der Herr beginnt mit dem rechten Fuß vorwärts; die Dame tritt spiegelbildlich rückwärts. Die Drehung verteilt sich gleichmäßig über sechs Schritte.
3Left Turn – Linksdrehung
Gegen den Uhrzeigersinn verlaufende Drehbewegung über zwei Takte (S-Q-Q-S-Q-Q), eingeleitet mit dem linken Fuß rückwärts. Erfordert präzise Gewichtsverlagerung und gutes Körpergefühl zwischen den Partnern. Schließt häufig mit einem Chassé ab und leitet in weitere Figuren über.
4Side Chassé – Seitliches Chassé
Schnelle Seitwärtsbewegung auf Q-Q-S, bei der ein Fuß den anderen in der Mitte schließt, bevor der Schritt seitlich weitergeführt wird. Dient als Verbindungselement und ermöglicht einen schnellen Richtungswechsel. Die Gewichtsübertragung auf den Zehenspitzen verleiht dem Chassé seinen typisch federnden Charakter.
5Forward Lockstep – Vorwärts-Lockstep
Q-Q-S: Vorwärtsschritt, dann zweiter Fuß hinter dem ersten in der „Lock"-Position gekreuzt, gefolgt von einem weiteren Vorwärtsschritt. Die Kreuzposition entsteht, wenn das hintere Bein fest hinter das vordere gestellt wird, ohne das Gewicht vollständig zu übertragen. Erzeugt eine deutliche Vorwärtsdynamik, typisch für den Quickstep-Charakter.
6Backward Lockstep – Rückwärts-Lockstep
Gegenstück zum Vorwärts-Lockstep (Q-Q-S): Der vordere Fuß kreuzt vor dem hinteren in der Lock-Position. Die Bewegung erfolgt rückwärts entlang der Tanzlinie und erfordert besonderes Gleichgewichtsgefühl. Wird oft mit dem Vorwärts-Lockstep zu längeren Läufen verbunden.
7Ripple Chassé – Wellen-Chassé
Fortgeschrittene Variation des Chassés, bei der eine wellenartige Körperbewegung durch den Tänzer fließt. Die Schritte kombinieren sich mit einer seitlichen Wellenbewegung des Oberkörpers, was einen optisch sehr eleganten Effekt erzeugt. Wird in langen Reihen aufeinanderfolgender Chassés getanzt und ist ein charakteristisches Show-Element des Quickstep.
8Swivel Turn – Schwenkdrehung
Auf einem Fuß ausgeführte Drehung, bei der das Standbein als Drehachse dient und das Spielbein schwingt oder schwenkt. Ausgeführt auf dem Ballen des Standbeins, erfordert gute Körperkontrolle und Stabilität in der Hüfte. Wird häufig als Solo-Element der Dame eingefügt und verleiht der Choreografie einen spielerischen Charakter.
9V6
Sechsschrittige Figur (S-Q-Q-S-Q-Q), die eine V-förmige Bewegungsbahn beschreibt: zunächst vorwärts, dann im Winkel seitwärts-rückwärts. Kombiniert Elemente des Natural Turn und des Chassé. Ermöglicht dem Paar, Richtung und Position auf der Tanzfläche effizient zu wechseln.
10Double Lockstep – Doppelter Lockstep
Zwei aufeinanderfolgende Lockstep-Sequenzen ohne Unterbrechung, was eine beschleunigte Vorwärtsbewegung über eine längere Strecke erzeugt. Die Kreuzpositionen wechseln dabei regelmäßig – hohe Koordination und Gleichgewicht sind erforderlich. Wird vor allem auf langen Raumdiagonalen eingesetzt und ist eine der anspruchsvollsten Verbindungen im Quickstep.
Tango Standard
Geschichte & Ursprung
Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Armenvierteln von Buenos Aires aus einer Mischung europäischer Einwanderermusik (Polka, Mazurka, Habanera) und afrikanischer Einflüsse. Um 1910 gelangte er nach Europa und wurde in Paris verfeinert. Der Ballroom-Tango entwickelte sich in den 1920er Jahren in England als strukturiertere Version mit weniger Improvisation als der argentinische Ursprungstanz.
Charakteristik
Der Ballroom-Tango zeichnet sich durch scharfe, präzise Kopf- und Körperbewegungen, tiefe Kniebeugen und abrupte Richtungswechsel aus. Die Tanzhaltung ist enger als in anderen Standardtänzen, mit dem charakteristischen „Tango-Kopf" der Dame (nach links gedreht). Das Stakkato-Bewegungsmuster mit plötzlichen Stopps unterscheidet ihn klar von den fließenden Standardtänzen.
1Left Turn – Linksdrehung
Kompakte Drehbewegung gegen den Uhrzeigersinn (S-S-Q-Q-S), bei der der Herr mit dem linken Fuß rückwärts einleitet. Die Schritte sind kurz, präzise und mit charakteristischen Tango-Kopfbewegungen (Snatches) verbunden. Wird oft auf engem Raum getanzt und erfordert schnelle Reaktion der Dame.
2Promenade
Vorwärtsbewegung in Promenade-Position (PP), bei der Herr und Dame V-förmig zueinander stehen und gemeinsam in Tanzrichtung laufen. Auf S-Q-Q-S werden parallele Schritte mit scharfen, synchronen Körperbewegungen gesetzt. Der Übergang in und aus der PP wird durch eine deutliche Körperrotation eingeleitet.
3Open Left Turn – Offene Linksdrehung
Beginnt wie die Standard-Linksdrehung, öffnet jedoch am Ende zur Promenade-Position anstatt vollständig in die geschlossene Haltung zurückzukehren. Die Öffnung erfolgt durch eine leichte Rotation des Oberkörpers des Herrn nach links, wodurch die Dame in die PP geführt wird. Dient als elegante Verbindung zur Promenade und anderen offenen Elementen.
4Promenade Right Turn – Promenade-Rechtsdrehung
Beginnt in der Promenade-Position und führt durch eine Rechtsdrehung (Q-Q-S) zurück in die geschlossene Haltung. Der Herr rotiert den Oberkörper nach rechts und zieht die Dame in die geschlossene Position. Wird häufig als Abschluss nach einer Promenade-Sequenz eingesetzt.
5Four Step – Vierschritt
Vierscrittige Figur auf S-Q-Q-S, die eine leichte Zurückbewegung oder Diagonalverschiebung erzeugt. Der Herr tritt rückwärts mit ausgeprägtem Tango-Charakter (gebeugte Knie, niedrige Haltung), gefolgt von einem seitlichen Schritt der Dame. Grundlegendes Verbindungselement, das in verschiedene Richtungen ausgeführt werden kann.
6Lady's Turn – Damendrehung
Drehung der Dame unter dem ausgestreckten Arm des Herrn, auf Q-Q-S ausgeführt. Der Herr führt die Dame mit seiner rechten Hand und einem klaren Führungsimpuls in eine vollständige Drehung nach rechts oder links. Die Dame dreht sich auf dem Ballen mit geradem Rücken und kehrt dann in die geschlossene Tanzhaltung zurück.
7Telemark
Fortgeschrittene Figur, bei der aus der geschlossenen Position eine fächerartige Öffnung zur Promenade-Position vollzogen wird, eingeleitet durch eine pivot-artige Drehung des Herrn auf dem linken Fuß (S-Q-Q-S). Erfordert präzise Körperrotation und Gewichtsverlagerung. Leitet typischerweise in eine Promenade oder einen Left Turn über.
Langsamer Walzer Standard
Geschichte & Ursprung
Der Slow Waltz entwickelte sich aus dem Wiener Walzer, der im späten 18. Jahrhundert in Österreich populär wurde. In den 1920er Jahren verlangsamten englische Tanzlehrer das Tempo und entwickelten eine gleitende Tanztechnik mit Rise & Fall sowie ausgeprägtem Sway. Victor Silvester standardisierte 1927 die Technik, die zum heute bekannten Langsamen Walzer wurde.
Charakteristik
Der Langsame Walzer ist ein fließender, eleganter Tanz mit ausgeprägter Auf- und Abbewegung (Rise & Fall). Charakteristisch sind das Gleiten über die Tanzfläche, das Sway (seitliches Neigen des Oberkörpers) und die weichen, geschwungenen Armbewegungen. Das Paar bewegt sich gegen den Uhrzeigersinn (LOD) in geschlossener Haltung über die Tanzfläche.
1Basic Step – Grundschritt
Auf 1-2-3 getanzt: Schritt vorwärts (1), Schritt seitlich (2), Füße schließen (3) – mit anschließender Rückwärtsvariante. Die charakteristische Rise & Fall-Bewegung beginnt auf Schlag 1 (flach), steigt über 2 und 3 auf den Ballen und sinkt am Taktbeginn wieder ab. Die Bewegung fließt kontinuierlich ohne abrupte Gewichtsverlagerungen.
2Right Turn – Natural Turn
Rechtsdrehende Grundfigur über zwei Takte mit 3/8-Drehung im ersten und weiterer Drehung im zweiten Takt. Der Herr beginnt mit dem rechten Fuß vorwärts und dreht im Uhrzeigersinn; die Dame tritt spiegelbildlich rückwärts. Die Drehung wird durch Körperrotation eingeleitet und durch präzisen Fußeinsatz (Heel-Toe, Toe-Heel) unterstützt.
3Left Turn – Reverse Turn
Linksdrehende Bewegung über zwei Takte; der Herr beginnt mit dem linken Fuß vorwärts und dreht gegen den Uhrzeigersinn. Die Rise & Fall-Technik ist identisch mit dem Natural Turn. Wird häufig nach dem Natural Turn eingesetzt, um die kontinuierliche Fortbewegung gegen den Uhrzeigersinn zu unterstützen.
4Outside Change – Außenwechsel
Wechselschritt, bei dem die Dame außerhalb der Haltung des Herrn auf seiner rechten Seite vorbeigeführt wird. Der Herr tritt mit dem rechten Fuß vorwärts, außerhalb der Dame, und ermöglicht so eine diagonale Ausweichbewegung. Dient als Verbindungselement und erlaubt eine elegante Positionskorrektur auf der Tanzfläche.
5Wipper – Whisk
Aus der geschlossenen Position in eine Promenade-Überschneidungsposition: der innere Fuß kreuzt hinter den äußeren. Auf Schlag 3 entsteht eine leichte Körperdrehung nach links, wodurch eine elegante PP-Haltung entsteht. Der Whisk endet in der Promenade-Position und leitet häufig in ein Chassé über – zusammen bilden sie eine klassische Grundkombination.
6Chassé – Gleittritt
Von der Promenade-Position aus auf 1-2-3 getanzt: Vorwärtsschritt, seitlicher Schließschritt, seitlicher Schritt in PP. Ein gleitendes Schritttrio, bei dem der zweite Schritt schließt und der dritte in die Seite öffnet. Klassische Antwort auf den Whisk – zusammen bilden beide eine der häufigsten Grundkombinationen im Langsamen Walzer.
7Swivel Turn – Pivot Turn
Drehung auf dem Ballen eines Fußes, bei der das Spielbein gestreckt oder gebeugt geschwenkt wird. Im Slow Waltz oft als Solo-Element der Dame eingesetzt: sie dreht sich auf dem Ballen des Standbeins um 180–360°. Körperspannung und Gleichgewicht auf dem Standbein sind entscheidend für eine saubere Ausführung.
8Impetus – Impetus Turn
Rechtsdrehende Figur, bei der der Herr auf dem Ballen des rechten Fußes einen Pivot ausführt (Heel Turn für die Dame) und dabei in die Promenade-Position übergeht. Auf 1-2-3 wird eine starke Drehbewegung mit einem abschließenden Öffnungsschritt in PP kombiniert. Technisch anspruchsvoll und wird oft am Ende einer Raumseite eingesetzt.
9Weave – Flechtschritt
Fortgeschrittene Sequenz, bei der das Paar abwechselnd in und aus der Promenade-Position wechselt und dabei vorwärts fließt – ähnlich einem Zopfmuster. Typischerweise sechs Schritte über zwei Takte (Natural Weave), kombiniert geschlossene und offene Positionen. Erfordert präzise Körperrotation für fließende, ununterbrochene Übergänge.
10Telemark
Elegante Drehfigur, bei der der Herr auf dem linken Fuß einen Pivot ausführt und die Dame von der geschlossenen in die Promenade-Position öffnet. Getanzt auf 1-2-3: Vorwärtsschritt, Pivot auf dem Ballen mit Öffnung, seitlicher Schlussschritt in PP. Der Natural Telemark dreht rechts, der Reverse Telemark links.
Wiener Walzer Standard
Geschichte & Ursprung
Der Wiener Walzer gilt als einer der ältesten noch getanzten Gesellschaftstänze Europas und entstand im späten 18. Jahrhundert aus älteren Drehtänzen wie dem Ländler. Er wurde in den Wiener Ballsälen des frühen 19. Jahrhunderts durch Johann Strauß Vater und Sohn weltberühmt und ist bis heute Symbol des Wiener Balls und der österreichischen Tanzkultur.
Charakteristik
Der Wiener Walzer ist der schnellste aller Standardtänze und lebt von der Kontinuität der Drehbewegung. Es gibt keine ausgeprägten Rise & Fall-Bewegungen; stattdessen wird eine gleichmäßige, schwebende Fortbewegung mit fließenden Drehungen angestrebt. Das Paar dreht sich abwechselnd rechts und links, verbunden durch Wechselschritte (Fleckerln oder Running Changes).
1Right Turn – Natural Turn (Rechtsdrehung)
Vollständige oder 3/4-Drehung im Uhrzeigersinn über zwei Takte (sechs Schritte). Der Herr beginnt mit dem rechten Fuß vorwärts und dreht sich kontinuierlich; die Dame tritt spiegelbildlich rückwärts. Die Schritte werden in gleichmäßigem 1-2-3-Rhythmus gesetzt, ohne Unterbrechung oder Pause in der Rotation.
2Left Turn – Reverse Turn (Linksdrehung mit Kreuz)
Vollständige Linksdrehung gegen den Uhrzeigersinn über zwei Takte; der Herr beginnt mit dem linken Fuß vorwärts. Im Wiener Walzer werden Right und Left Turn abwechselnd getanzt, wobei jeweils ein bis zwei Takte in einer Richtung absolviert werden, bevor die Drehrichtung wechselt.
3Running Changes – Wechselschritte / Fleckerln
Übergangsfigur zwischen Rechts- und Linksdrehung, ausgeführt auf einer Linie ohne signifikante Rotation. Drei einfache Schritte (1-2-3) mit seitlichem Schließschritt schaffen einen neutralen Moment zwischen den Drehsequenzen. Das Fleckerl ist eine Variante, bei der das Paar auf der Stelle dreht, ohne sich auf der Tanzfläche vorwärtszubewegen.
4Contra Check – Kontracheck
Eine Pause- und Ausdrucksfigur, bei der das Paar in einer entgegengesetzten Körperhaltung abrupt stoppt: Der Herr tritt mit dem linken Fuß vorwärts-diagonal und beugt das Knie, während sein Oberkörper leicht nach hinten geneigt ist; die Dame lehnt spiegelbildlich zurück. Der Contra Check erzeugt einen dramatischen, skulpturalen Moment und wird häufig als musikalischer Höhepunkt (Highlight) eingesetzt. Er ist eine der elegantesten Showposen des Wiener Walzers.
5Reverse Fleckerl – Linksdrehendes Fleckerl
Das Reverse Fleckerl ist die linksdrehende Variante des Spot Turns: Das Paar dreht sich auf der Stelle gegen den Uhrzeigersinn über mehrere Takte, ohne sich auf der Tanzfläche vorwärtszubewegen. Im Gegensatz zum rechtsdrehenden Natural Fleckerl wird der Reverse Fleckerl mit dem linken Fuß eingeleitet. Beide Fleckerl-Varianten zählen zu den anspruchsvollsten Elementen des Wiener Walzers und erfordern perfekte Balance und synchrone Rotation.
Samba Latein
Geschichte & Ursprung
Der Samba stammt aus Brasilien und entwickelte sich aus afrikanischen Tanztraditionen, die durch versklavte Menschen nach Brasilien gebracht wurden. Er entstand im 19. Jahrhundert in Bahia und Rio de Janeiro und wurde durch den berühmten Karneval weltweit bekannt. In den 1930er und 1940er Jahren gelangte er in den internationalen Ballroom-Bereich und wurde als Wettkampftanz standardisiert.
Charakteristik
Der Samba zeichnet sich durch die charakteristische Bounce-Action aus: eine federnde Auf- und Abbewegung der Knie und Hüften, die durch das Abrollen der Füße erzeugt wird. Die Hüftbewegung ist ausladend und wird durch den Samba-Rhythmus getragen. Der Tanz verbindet geschlossene und offene Positionen und ist von ausgeprägter Bodenenergie und Ausdrucksstärke geprägt.
1Samba Basic (geschlossen)
In Tanzhaltung auf 1-a-2: Vorwärtsschritt mit Gewichtsverlagerung (1), kleiner Schritt auf den Ballen (a), Gewichtsübernahme (2) – dann spiegelbildlich rückwärts. Die Bounce-Action entsteht durch das leichte Beugen und Strecken der Knie. Das Paar bleibt in geschlossener Position und bewegt sich leicht in Tanzrichtung.
2Samba Basic (offen)
In Gegenüberstellung (Open Position) ausgeführt, rhythmisch und technisch identisch mit dem geschlossenen Grundschritt. Herr und Dame stehen sich gegenüber und führen spiegelbildliche Vorwärts-Rückwärts-Bewegungen aus. Ausgangspunkt für offene Figuren und Drehelemente.
3Whisk – Wechselschritt
Seitlicher Schritt mit Überkreuzen des hinteren Fußes hinter dem vorderen, auf 1-a-2. Alternierend links und rechts tanzen erzeugt eine charakteristische seitliche Schwingbewegung. Der Whisk leitet oft in Drehfiguren über und ist eine der häufigsten Grundvariationen.
4Voltas
Reihung seitlicher Kreuzschritte auf 1-a-2, bei der das Gewicht immer auf den vorderen Fuß verlagert wird, während der andere seitlich nachgezogen wird. Erzeugt eine Kreisbewegung nach vorne oder seitwärts. In der Solo-Variation dreht sich die Dame in schnellen Schritten im Kreis; in der Paar-Variation bewegen sich beide auf einer gemeinsamen Kreisbahn.
5Bota Fogos
Diagonale Schritte vorwärts mit Überkreuzen auf 1-a-2, alternierend links und rechts. Können in geschlossener Haltung, Promenade-Position oder als Shadow-Variante (hintereinander) getanzt werden. Das zickzackartige Muster auf der Tanzfläche gehört zu den charakteristischsten Figuren des Wettkampf-Sambas.
6Cruzado Walks
Schritte mit Überkreuzen der Füße auf 1-a-2, bei denen der freie Fuß diagonal vor oder hinter den Standfuß gesetzt wird. Erzeugen eine diagonale Vorwärtsbewegung mit charakteristischer Hüftrotation. Werden oft in Verbindung mit Voltas und Bota Fogos für fließende Übergänge verwendet.
7Reverse Basic – Rückwärts-Grundschritt
Der Reverse Basic ist die vollständige Rückwärtsvariante des Samba-Grundschritts: Auf 1-a-2 tritt der Herr zuerst rückwärts (statt vorwärts), gefolgt von kleinem Ballenaufsetzer und Gewichtsübernahme. Der Bounce bleibt identisch mit dem Vorwärts-Grundschritt, die Bewegungsrichtung ist jedoch gespiegelt. Er dient als wichtige Verbindungsfigur, um auf der Tanzfläche die Richtung zu wechseln oder Platz zu schaffen.
8Samba Turn – Samba-Drehung
Eine vollständige Drehung (360°) der Dame auf 1-a-2, eingeleitet durch einen klaren Führungsimpuls des Herrn mit der rechten Hand. Die Dame dreht sich auf dem Ballen mit aufrechter Körperhaltung und beibehaltenem Samba-Bounce. Der Samba Turn kann rechts- oder linksdrehend ausgeführt werden und ist oft Bestandteil längerer Figurenfolgen.
9Natural Roll – Natural Roll
Der Natural Roll ist eine rollende Rechtsdrehung über zwei Takte (vier Zählzeiten), bei der sich das Paar gemeinsam im Uhrzeigersinn dreht, während es eng zusammenbleibt. Die Bewegung erinnert an ein sanftes Abrollen des Körpers um die gemeinsame Drehachse, kombiniert mit dem charakteristischen Samba-Bounce. Er endet in geschlossener Haltung und leitet häufig in den Basic Step oder Bota Fogos über.
Boogie Woogie Latein
Geschichte & Ursprung
Boogie Woogie als Tanz entstand in den späten 1930er und 1940er Jahren aus dem Swing und Lindy Hop. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er durch US-Soldaten nach Europa gebracht und erlebte dort besonders in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden eine eigenständige Entwicklung. Der europäische Boogie Woogie wurde in den 1980er Jahren als Wettkampftanz standardisiert und hat heute seine eigene WRRC-Weltmeisterschaft.
Charakteristik
Der Boogie Woogie ist ein lebhafter, akrobatischer Paartanz in offener und geschlossener Position. Er zeichnet sich durch lockere Knie, federnde Bewegungen, schnelle Fußarbeit und ausladende Armbewegungen aus. Im Wettkampfbereich sind Hebefiguren typisch; im sozialen Tanz dominieren spielerische Drehelemente und Positionswechsel.
1Basic Step – Grundschritt
Sechs Schläge (1-2-3a4-5a6): zwei Schritte rückwärts (1-2), ein Trippelschritt seitlich (3a4) und ein weiterer Trippelschritt zur anderen Seite (5a6). Das Paar steht in offener Haltung gegenüber und führt spiegelbildliche Grundschritte aus. Die federnden Kniebewegungen und der charakteristische Boogie-Bounce sind von Beginn an zentral für den Stil.
2Double Turn – Doppeldrehung
Zweifache Umdrehung der Dame (720°) unter dem ausgestreckten Arm des Herrn, auf den Trippelschlägen (3a4-5a6). Der Herr gibt einen klaren Impuls mit der Führungshand; die Dame dreht sich zweimal nacheinander auf dem Ballen. Timing und Impuls müssen präzise koordiniert werden, damit die Drehungen sauber abgeschlossen werden.
3Ladies' Right Turn – Damendrehung rechts
Einfache Rechtsdrehung der Dame auf den Trippelschlägen (3a4 oder 5a6). Der Herr gibt einen deutlichen Führungsimpuls mit der linken Hand; die Dame dreht sich im Uhrzeigersinn unter dem Arm nach rechts. Sie kehrt nach der Drehung in die offene Grundposition zurück und setzt den Grundschritt fort.
4Ladies' Left Turn – Damendrehung links
Linksdrehung der Dame gegen den Uhrzeigersinn auf den Trippelschlägen; der Herr führt über die rechte Hand oder durch eine Überhandführung. Erfordert eine klare Führung, damit die Dame die Drehrichtung erkennt. Die Rückkehr in die Grundhaltung erfolgt fließend ohne Unterbrechung des Rhythmus.
5Position Change – Positionswechsel
Herr und Dame wechseln auf den Trippelschlägen die Seite: Der Herr führt die Dame von seiner Rechten auf seine Linke (oder umgekehrt), indem er sie mit einem Handwechsel an sich vorbeileitet. Die Bewegung erfolgt diagonal vorwärts für die Dame, während der Herr einen kleinen Seitschritt ausführt. Nach dem Wechsel stehen beide auf der entgegengesetzten Seite.
6Promenade
Seite-an-Seite-Bewegung in Tanzrichtung, bei der Herr und Dame nebeneinander (Schulter an Schulter) stehen und gemeinsam vorwärts gehen. Auf den Trippelschlägen bewegen sich beide gleichzeitig nach vorne, mit leichter Körperdrehung zueinander. Sie endet mit einem Handwechsel oder einer Drehung zurück in die offene Gegenüberstellung.
Rumba Latein
Geschichte & Ursprung
Die Rumba stammt aus Kuba und entwickelte sich im frühen 20. Jahrhundert aus afro-kubanischen Volkstänzen (Son, Guaguancó). Sie gelangte in den 1930er Jahren über New York in die westliche Tanzwelt. Die englische (Ballroom-) Version wurde in den 1940er Jahren standardisiert und ist heute der langsamste lateinamerikanische Wettkampftanz.
Charakteristik
Die Rumba wird als „Tanz der Liebe" bezeichnet und ist der sinnlichste der lateinamerikanischen Wettkampftänze. Sie zeichnet sich durch langsame, ausdrucksstarke Hüftbewegungen (Cuban Motion), lange Beinlinien und dramatische Armbewegungen aus. Da sie im gleichen Grundrhythmus wie der Cha-Cha-Cha getanzt wird, aber ohne den zusätzlichen Trippelschritt, gilt sie als „Cha-Cha-Cha ohne Cha-Cha".
1Rumba Basic – Grundschritt
Auf 2-3-4: Seitwärtsschritt (2), Vorwärtsschritt (3), weiterer Seitwärtsschritt (4) – dann Rückwärtsvariante. Die Cuban Motion entsteht durch das abwechselnde Strecken und Beugen der Knie, was die charakteristische Hüftbewegung erzeugt. Bildet das Fundament aller weiteren Figuren.
2Forward & Backward Basic – Vor- und Rückwärtsschritt
In offener Haltung: Auf Zählzeit 2 tritt der Herr vorwärts und die Dame rückwärts, auf 4 wechseln die Rollen. Direktes Äquivalent zum Cha-Cha-Cha-Grundschritt – ohne den zusätzlichen Trippelschritt. Jede Zählzeit wird durch eine vollständige Gewichtsverlagerung und ausdrucksstarke Cuban Motion ausgefüllt.
3Cuban Rocks – Wiegeschritte
Kleine Wiegebewegungen vorwärts-rückwärts auf der Stelle, die die Cuban Motion besonders deutlich herausarbeiten. Auf 2-3-4 (1) erzeugen sie eine sanfte Schaukelbewegung in der Hüfte ohne große Positionsveränderung. Wird oft auf engem Raum oder als musikalische Interpretation einer ruhigeren Passage eingesetzt.
4Hand-to-Hand – Hand-zu-Hand
Herr und Dame stehen diagonal Rücken zueinander (Contra Body Position), halten sich an einer Hand und führen abwechselnd Vor- und Rückwärtsschritte aus. Die Hände wechseln nach jeder Seite; Führung durch leichten Zug- und Druckimpuls. Öffnet das Paar nach außen und schafft ausdrucksstarke Linien für beide Partner.
5Alemana – Alemana-Drehung
Rechtsdrehende Führungsfigur für die Dame auf 2-3-4: Der Herr hebt die verbundene rechte Hand und die Dame dreht sich im Uhrzeigersinn um eine vollständige Umdrehung. Nach der Drehung Rückkehr in die offene Gegenüberstellung. Kann mit anderen Drehungen kombiniert werden.
6Hockey Stick – Hockeystock
Der Herr führt die Dame auf 2-3-4 (1) 2-3-4 in einer L-förmigen Bewegungsbahn: zunächst vorwärts an sich vorbei, dann mit einer Drehung zurück zur Gegenüberstellung. Die Bewegungsbahn der Dame beschreibt tatsächlich die Form eines Hockeyschlägers. Klassische Verbindungsfigur zwischen offener und geschlossener Position.
7Side Step – Seitwärtsschritt
Einfache Seitwärtsbewegung auf 2-3-4: Schritt zur Seite, schließender Schritt, weiterer Seitwärtsschritt. Dient als Verbindungselement und betont die Cuban Motion in ihrer reinsten Form. Oft alternierend links und rechts getanzt, um die Position zu halten.
Jive Latein
Geschichte & Ursprung
Der Jive hat seine Wurzeln im Swing und Lindy Hop der afroamerikanischen Tanzkultur der 1930er Jahre in den USA. Er entwickelte sich über den Jitterbug und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch amerikanische Soldaten nach Europa gebracht, wo er sich mit Rock'n'Roll-Musik verband. Im internationalen Wettkampfprogramm ist er der schnellste der fünf lateinamerikanischen Standardtänze.
Charakteristik
Der Jive ist ein energiegeladener, lebhafter Tanz mit charakteristischen Kicks, Flicks (Beinschwüngen), federnden Kniebewegungen und schnellen Trippelschritten. Die Bewegungen sind locker und ausdrucksstark, mit betonter Hüft- und Kniebewegung. Er wird mit einer spezifischen Jive-Bounce-Technik und einem standardisierten Figurenrepertoire getanzt.
1Basic Step – Grundschritt
Der Jive-Grundschritt wird auf 1-2-3a4-5a6 in offener Gegenüberstellung getanzt: zwei Rückwärtsschritte (1-2) gefolgt von je einem Trippelschritt seitlich (3a4 und 5a6). Die federnde Kniebewegung (Jive-Bounce) und der lockere Hüfteinsatz sind von Beginn an charakteristisch. Das Paar hält sich mit beiden Händen und führt spiegelbildliche Bewegungen aus.
2Fallaway Rock – Fallaway-Rückschritt
Aus der geschlossenen Haltung öffnet sich das Paar auf Zählzeit 1-2 in die Fallaway-Position (beide rückwärts, diagonale Körperausrichtung), bevor die Trippelschritte (3a4-5a6) das Paar wieder zusammenführen. Die Fallaway-Position entsteht durch eine gemeinsame Rückwärtsbewegung mit leichter Körperdrehung nach außen. Es ist eine der klassischen Einstiegsfiguren des Jive.
3Change of Places R→L – Platztausch rechts nach links
Auf den Trippelschlägen (3a4-5a6) führt der Herr die Dame von seiner rechten auf seine linke Seite, indem er die verbundene rechte Hand anhebt und die Dame diagonal unter dem Arm hindurchführt. Die Dame dreht sich im Uhrzeigersinn und wechselt dabei die Seite, ohne den Handkontakt zu verlieren. Grundlegende Verbindungsfigur zwischen offenen und geschlossenen Positionen.
4Change of Places L→R – Platztausch links nach rechts
Spiegelbild des vorherigen Platztauschs: Die Dame wird von der linken auf die rechte Seite des Herrn geführt, wobei sie sich gegen den Uhrzeigersinn dreht. Der Herr führt mit der linken Hand über Kopf, und die Dame tritt diagonal an ihm vorbei. Beide Varianten des Platztauschs werden häufig kombiniert, um eine hin- und herschaukelnde Bewegung zu erzeugen.
5Throwaway – Wegwerfen
Der Herr „wirft" die Dame in die offene Position heraus, indem er sie auf Zählzeit 1-2 mit einem lenkenden Impuls in die Fallaway-Richtung führt und auf den Trippelschlägen loslässt. Die Dame bewegt sich frei rückwärts und kehrt auf den letzten Trippelschlägen eigenständig zum Herrn zurück. Der Throwaway bildet eine der häufigsten Ausgangspositionen für Soloelemente der Dame.
6Link – Verbindungsschritt
Der Link ist ein einfacher Verbindungsschritt auf 1-2, bei dem Herr und Dame nach einem Throwaway oder einer offenen Position wieder zusammenkommen, bevor die Trippelschritte folgen. Er erlaubt eine kurze Pause in der Figurenabfolge und kann in verschiedene Richtungen ausgeführt werden. Als neutraler Verbindungsschritt macht er den Übergang zwischen komplexeren Figuren flüssig.
7American Spin – Amerikanischer Spin
Freie Eigendrehung der Dame ohne Handkontakt: Nach einer Freigabe durch den Herrn auf dem Trippelschlag dreht sich die Dame vollständig um die eigene Achse und kehrt danach zurück. Der Herr gibt die Hand frei und nimmt sie nach der Drehung wieder auf. Die Dame dreht sich aus dem eigenen Impuls heraus – gute Körperspannung und Balance sind entscheidend.
8Spanish Arms – Spanische Arme
In enger oder halboffener Position führen Herr und Dame choreografische Armbewegungen aus, die an den Flamenco erinnern: Arme mit gespreizten Fingern kreisförmig oder wellenförmig über Kopf und Körper. Die Trippelschritte werden dabei weitergetanzt. Eine der ausdrucksstärksten Figuren im Jive, oft als musikalische Interpretation eines Höhepunkts eingesetzt.
9Change of Hands – Handwechsel
Aus der offenen Gegenüberstellung führt der Herr die Dame mit einem Handwechsel (von der rechten in die linke Hand oder umgekehrt) unter dem gehobenen Arm hindurch, ohne eine vollständige Drehung auszuführen. Der Wechsel erfolgt auf den Trippelschlägen (3a4 oder 5a6) mit einem sanften Führungsimpuls. Er ist ein schnelles, sauberes Verbindungselement, das häufig als Übergang zwischen Drehfiguren eingesetzt wird.
10Chicken Walks – Hühnergang
Eine humorvolle Figur, bei der beide Partner in offener Parallelhaltung nebeneinander oder hintereinander laufen und dabei die Knie übertrieben hoch anziehen – wie ein stolzierendes Huhn. Die Arme werden passend dazu schwingende, flügelartige Bewegungen ausführen. Die Chicken Walks sind ein beliebtes Show-Element, das die Energie der Musik unterstreicht und das Publikum zum Schmunzeln bringt.
11Flick Ball Change – Flick-Ball-Change
Ein dreiteiliges Schrittelement auf „a-1": Der freie Fuß schwingt (Flick) nach hinten, setzt kurz auf dem Ballen auf (Ball) und das Gewicht wechselt dann auf den anderen Fuß (Change). Der Flick erzeugt eine charakteristische, energetische Beinbewegung, die den Jive-Charakter besonders deutlich zum Ausdruck bringt. Er wird als Variante der Trippelschritte eingesetzt und verleiht dem Tanz einen besonders lebhaften, percussiven Charakter.
Cha-Cha-Cha Latein
Geschichte & Ursprung
Der Cha-Cha-Cha entstand in den frühen 1950er Jahren in Kuba als Variation der langsamen Danzón und des kubanischen Mambo. Der kubanische Komponist Enrique Jorrín verlangsamte den Mambo-Rhythmus und fügte einen zusätzlichen Trippelschritt (Cha-Cha-Cha) ein. Ab 1954 in der englischen Tanzwelt populär, ist er heute der bekannteste lateinamerikanische Gesellschafts- und Wettkampftanz.
Charakteristik
Der Cha-Cha-Cha ist geprägt von klar akzentuierten Hüftbewegungen (Cuban Motion), schnellen Trippelschritten und einem spielerischen, flirtativen Charakter. Die Schritte sind klein und präzise, mit starker Betonung des Rhythmus und klarer Gewichtsverlagerung. Er wird in offener und geschlossener Position getanzt und bietet ein reiches Figurenrepertoire.
1Basic Step – Grundschritt
Auf 2-3-4-and-1: Vorwärtsschritt (2), Gewicht rück (3), Cha-Cha-Cha seitlich (4-and-1), dann Rückwärtsvariante. Die Cuban Motion entsteht durch abwechselndes Beugen und Strecken der Knie mit lateraler Hüftbewegung. Basis aller weiteren Figuren; in geschlossener oder offener Haltung ausgeführt.
2Promenade
Herr und Dame stehen Seite an Seite in Blickrichtung, halten sich an einer Hand und führen den Cha-Cha-Rhythmus in Tanzrichtung aus. Auf 2-3 Vorwärtsschritte, auf 4-and-1 das Cha-Cha-Cha seitlich – dann zurück in die Gegenüberstellung. Betont die gemeinsame Bewegungsrichtung und ist ein elegantes Verbindungselement.
3Hand-to-Hand – Hand-zu-Hand
Beide Partner in Contra-Body-Position (diagonal Rücken zueinander), halten sich an den Seiten-Händen. Abwechselnd Vor- und Rückwärtsschritte mit Cha-Cha-Cha; die Hände wechseln nach jeder Seite. Die Hüftbewegung ist in dieser offenen Position besonders sichtbar.
4Ladies' Solo Turn – Damen-Solodreh
Die Dame dreht sich auf den Cha-Cha-Cha-Schlägen (4-and-1) unter dem ausgestreckten Arm des Herrn nach rechts oder links. Der Herr führt durch Heben der Führungshand; die Dame dreht sich kontrolliert auf dem Ballen. Kann in beide Richtungen variiert und mit anderen Figuren kombiniert werden.
5Fan – Fächer
Öffnungsfigur: Der Herr tritt auf 2-3 vorwärts und weicht auf 4-and-1 seitlich zurück, während die Dame nach rechts in die Fan-Position geführt wird. Das Ergebnis ist ein fächerartiges Auseinandergehen. Der Fan ist Ausgangsposition für viele weitere offene Figuren wie Alemana oder Hockey Stick.
6Alemana
Aus der Fan-Position führt der Herr die Dame auf 2-3 vorwärts und auf 4-and-1 unter dem erhobenen rechten Arm im Uhrzeigersinn um eine vollständige Drehung. Der Arm wird als Führungsachse genutzt, mit leichtem Impuls statt starkem Zug. Nach der Drehung steht die Dame wieder in der offenen Gegenüberstellung.
7Spot Turn – Standplatzdrehung
Drehung auf der Stelle, bei der Dame oder Herr sich um die eigene Achse drehen, ohne die Position zu verlassen. Ausführbar auf 2-3 oder 4-and-1, mit Wechsel der Drehrichtung nach jedem Cha-Cha-Cha. Erfordert Körperspannung, Gleichgewicht und präzises Timing.
8Three Cha-Chas – Drei Cha-Chas
Drei aufeinanderfolgende Cha-Cha-Cha-Trippelschritte ohne dazwischenliegende Vor-/Rückwärtsschritte, in verschiedene Richtungen (seitlich, diagonal, vorwärts). Erzeugen einen spielerischen, perkussiven Effekt und werden eingesetzt, um musikalische Akzente zu betonen oder eine Raumdiagonale zu überbrücken.
9Lasso
Der Herr führt die Dame mit der linken Hand über ihren Kopf; die verbundene Hand beschreibt eine kreisförmige Schleifenbewegung (wie ein Lasso) über dem Kopf der Dame. Die Dame dreht sich dabei nach rechts. Eine optisch eindrucksvolle Verbindungsfigur mit hohem Show-Wert.
10Cuban Breaks – Kubanische Breaks
Seitwärtsschritte mit ausgeprägter Hüftbewegung auf der Stelle: Gewichtsverlagerung auf 2-3 und 4-and-1 von Seite zu Seite ohne nennenswerte Vorwärtsbewegung. Betonen die Cuban Motion in ihrer reinsten Form. In der „Breaking"-Variante wird ein Fuß nur angetippt, ohne das volle Gewicht zu übertragen.
11Box – Karree
Rechteckiger Bewegungsweg: Vorwärts-Seite-Schließen, dann Rückwärts-Seite-Schließen, wodurch ein quadratisches Muster auf dem Boden entsteht. Jede Seite des Quadrats wird auf einen Takt (2-3-4-and-1) getanzt, mit typischer Cuban Motion. Klassische Einsteigerfigur, die Grundschrittmuster und Rhythmik vermittelt.
Paso Doble Latein
Geschichte & Ursprung
Der Paso Doble (spanisch: „Doppelschritt") ist ein spanischer Theatertanz, der die Atmosphäre eines Stierkampfs darstellt: Der Herr verkörpert den Matador, die Dame den Umhang (Capa) oder die Stierkämpferin. Er entwickelte sich im frühen 20. Jahrhundert aus spanischen Militärmärschen und wurde ab den 1920er Jahren in Europa als Gesellschaftstanz populär.
Charakteristik
Der Paso Doble ist von theatralischer Ausdrucksstärke, stolzer Haltung und dramatischen Posen geprägt. Der Herr trägt die aufrechte, stolze Körperhaltung des Matadors; Armbewegungen ahmen den Umgang mit dem Umhang nach. Figuren enden häufig in dramatischen Posen (Highlights), die dem Marsch-Charakter entsprechen.
1Basic Step – Sur Place (Grundschritt)
Marsch auf der Stelle: links-rechts auf Zählzeit 1-2, mit aufrechter Matador-Haltung und betonter Kniebewegung. Die Füße werden mit deutlichem Auftritt gesetzt; die Knie heben sich leicht an, um den militärischen Charakter zu betonen. Dient als Ausgangs- und Verbindungspunkt für alle weiteren Figuren.
2Promenade
Herr und Dame Seite an Seite in V-Haltung, vorwärts in Tanzrichtung im Marschrhythmus. Der Herr führt durch Körperrotation und gibt den Marschimpuls an die Dame weiter. Die Promenade endet meist mit einer Schlussfigur oder Drehung zurück in die geschlossene Position.
3Promenade Lady Turn – Promenade-Damendrehung
Aus der Promenade-Position heraus führt der Herr auf Zählzeit 1 durch Anheben der Führungshand die Dame zu einer Drehung nach rechts (oder links). Die Dame dreht sich auf dem Ballen mit aufrechter Körperhaltung und kehrt nach der Umdrehung zurück zum Herrn. Bringt dramatischen Schwung in die Promenade-Sequenz.
4Promenade Right Turn – Promenade-Rechtsdrehung
Beginnt in der Promenade-Position und führt durch eine gemeinsame Rechtsdrehung zurück in die geschlossene Position. Der Herr leitet die Rotation durch Körperdrehung ein; die Dame folgt. Endet in einer kraftvollen Schlusshaltung, oft mit kurzer Abschlusspause (Highlight).
5Separation – Trennung
Öffnungsfigur: Herr und Dame entfernen sich aus der geschlossenen Haltung und verbleiben in offener Gegenüberstellung, während sie im Marschrhythmus auf der Stelle marschieren. Herr und Dame halten Blickkontakt; die Körperhaltung bleibt theatralisch aufrecht. Endet mit einer Wiederannäherung und Rückkehr in die Tanzhaltung, oft mit ausdrucksstarker Umhangbewegung.
6Contrapromenade – Kontrapromenade
Spiegelbild der Promenade: Das Paar steht in umgekehrter Promenade-Stellung (Herr außen, Dame innen) und bewegt sich gemeinsam in Tanzrichtung im Marschrhythmus. Die Körper sind so orientiert, dass die Haltung der umgekehrten Richtung entspricht – eine spannungsvolle, dramatische Positionsvariante. Erzeugt räumliche Umkehrung und verstärkt den theatralischen Kontrast in der Choreografie.
Friesenrock Folk
Über den Tanz
Der Friesenrock ist ein lebhafter norddeutscher Folkloretanz, der sich durch ein reiches Repertoire an verspielten Trick- und Akrobatikfiguren auszeichnet. Die Figuren haben oft bildhafte, humorvolle Namen, die die auszuführende Bewegung beschreiben. Er lebt von Kreativität, Improvisation und dem spielerischen Zusammenspiel der beiden Partner.
Charakteristik
Im Vordergrund steht nicht ein vorgegebener Rhythmus, sondern die Vielfalt der Figuren und deren fließende Kombination. Viele Elemente beinhalten Unterarm- oder Überkreuzführungen, Drehungen, Tunnelfiguren und akrobatische Elemente. Die Bezeichnungen der Figuren sind oft direkte Beschreibungen der Bewegungsform (z. B. „Hamsterrad", „Kajak", „Bügelbrett").
1Jojo
Die Jojo-Figur beschreibt eine auf- und abschwing ende Armbewegung, bei der der Herr die Hand der Dame mit einem Jojo-ähnlichen Impuls nach oben führt und wieder absenkt. Die Dame folgt dem Schwung mit einer entsprechenden Körperbewegung und leichtem Auftippen auf den Zehenspitzen. Eine der grundlegenden Verbindungsfiguren im Friesenrock.
2Jojo Korkenzieher
Erweiterung des Jojos: Die aufwärtsgeführte Jojobbewegung wird mit einer Schraubenbewegung kombiniert, bei der die Dame sich spiralartig unter dem gehobenen Arm des Herrn hindurchdreht. Die Drehung erfolgt schrittweise, sodass eine korkenzieherartige Bewegungsbahn entsteht. Erfordert gute Koordination und ein präzises Timing bei Führung und Folgen.
3Positionswechsel
Herr und Dame wechseln durch eine geführte Bewegung die Seite, ohne den Handkontakt zu verlieren. Der Wechsel kann vorwärts (Dame passiert vor dem Herrn), rückwärts oder durch verschiedene Überkreuzungen ausgeführt werden. Er dient als grundlegendes Verbindungselement zwischen anderen Figuren.
4Gentleman Diver
Der Herr taucht – ähnlich einem eleganten Kopfsprung – unter den verbundenen Händen der Dame hindurch, während die Dame ihren Arm als „Tor" hebt. Die Bewegung ist fließend und kontrolliert, der Herr geht dabei in die Knie und gleitet unter dem Arm hindurch. Das Bild des tauchenden Gentleman ist Namensgeber dieser Tunnelfigur.
5Gordi
Eine Führungsfigur, bei der die Hände in einer spezifischen Überkreuzposition gehalten werden und das Paar durch eine gemeinsame Drehbewegung in eine neue Ausgangsstellung überführt wird. Der Gordi zeichnet sich durch eine charakteristische Überkreuzung der Arme aus, die beim Auflösen eine natürliche Drehbewegung erzeugt. Häufig Ausgangspunkt oder Abschluss komplexerer Figurenkombinationen.
6Unendlicher Gordi
Der Gordi wird unendlich oft hintereinander wiederholt – einfach purer Spaß! Die Überkreuzposition wird nie aufgelöst; das Paar dreht sich kontinuierlich im Kreis weiter, bis einem schwindelig wird. Durch die ständige Wiederholung entsteht eine spiralförmige, nicht enden wollende Bewegung, die vor allem als Running Gag in geselligen Runden eingesetzt wird.
7Schmetterling
Beide Partner öffnen die Arme seitlich nach außen und imitieren damit die Flügelbewegung eines Schmetterlings. Die Figur beinhaltet ein synchrones Auf- und Abschwingen der Arme, oft kombiniert mit einer leichten Körperwelle. Sie ist eine der optisch ausdrucksstärksten Figuren und betont die Verbindung und Harmonie zwischen den Partnern.
8Büroklammer
Eine Verschlingungsfigur, bei der die Arme beider Partner wie eine Büroklammer ineinandergehakt werden. Durch eine gezielte Drehung löst sich die Verschlingung elegant auf, ohne dass die Hände losgelassen werden müssen. Die Figur ist ein gutes Beispiel für die spielerischen Knotenfiguren, die den Friesenrock prägen.
9Flamingo
Angelehnt an die einbeinige Standpose des gleichnamigen Vogels: Ein Partner (oft die Dame) balanciert kurzzeitig auf einem Bein, während das andere angehoben wird und der Herr als Stütze dient. Die Pose wird mit eleganter Armhaltung kombiniert und verleiht der Figur einen tänzerischen, skulpturalen Charakter. Erfordert gutes Gleichgewicht und Körperspannung.
10Tornado
Eine schnelle, wirbelnde Drehfigur, bei der einer oder beide Partner sich in rascher Folge mehrfach drehen – ähnlich einem Tornado. Der Impuls wird durch eine kräftige Führungsbewegung eingeleitet, die eine Eigendrehung der Dame mit hoher Rotationsgeschwindigkeit auslöst. Endet abrupt mit einer präzisen Schlusshaltung.
11Mixer
Eine Partneraustauschhigur, bei der in einer Gruppe von Paaren die Herren (oder Damen) jeweils zum nächsten Partner weiterwechseln – ähnlich einem Tanzmixer. Im Paartanz bezeichnet Mixer eine Figur, bei der die Rollen oder Positionen der Partner mehrfach wechseln. Besonders geeignet für gesellige Tanzrunden und Gruppenanlässe.
12Bügelbrett
Eine Figur, bei der der Herr oder die Dame einen langen, geraden Arm (das „Bügelbrett") ausstreckt, über den der andere Partner in einer flachen Bewegung gleitet oder geführt wird. Das Bild des Bügelbretts steht für eine waagerechte, flache Bewegungslinie. Die Ausführung erfordert gute Körperbeherrschung und Vertrauen zwischen den Partnern.
13Bowling
Angelehnt an den Bowlingwurf: Der Herr führt die Dame mit einer schwungvollen, nach vorne gerichteten Armbewegung in eine Rollbewegung oder einen Gleitschritt nach vorne. Die Dame folgt dem Impuls und gleitet ähnlich einer Bowlingkugel auf Ziel. Eine der humorvolleren, verspieltersen Figuren im Repertoire.
14Kajak
Beide Partner stehen hintereinander und imitieren mit synchronen Paddelbewegungen die Sitzhaltung eines Kajakfahrers. Die Arme werden abwechselnd links und rechts in einer paddelnden Kreisbewegung eingesetzt, was zu einem humorvollen, charakteristischen Gesamtbild führt. Wird oft als Showeinlage oder Überraschungsmoment in eine Choreografie eingefügt.
15Tiefseetaucher
Eine Tunnelfigur, bei der beide Partner abwechselnd oder gemeinsam unter den verschlungenen Armen hindurchtauchen – ähnlich einem Taucher, der in die Tiefe abtaucht. Das Bild des Tiefseetauchers steht für die vollständige Unterarmpassage, bei der der ganze Körper durch das „Tor" geführt wird. Erfordert Koordination und Flexibilität.
16Sense
Eine schwungvolle Bewegung, bei der ein Arm in einer weiten, sichelnden Bogenform (wie eine Sense beim Mähen) geführt wird. Der Sensenimpuls kann zur Einleitung einer Drehfigur oder eines Positionswechsels genutzt werden. Die Bewegung ist groß, ausladend und betont die Ausdrucksstärke des Führenden.
17Silly Walks
Angelehnt an den bekannten Monty-Python-Sketch: Die Partner übertreiben ihre Schrittbewegungen auf humoristische Weise mit übertrieben hohen Knien, weit ausholenden Beinschwüngen oder Watschelschritten. Silly Walks werden als komödiantisches Element in die Choreografie integriert und lockern die Stimmung auf. Kein festes Bewegungsmuster – Improvisation und Ausdruck stehen im Vordergrund.
18Brezel
Eine Verschlingungsfigur, bei der die Arme beider Partner in einer brezeltypischen Kreuzform übereinander gelegt werden. Durch eine oder mehrere Drehungen löst sich die Brezel-Form elegant auf. Die Figur erfordert Geduld beim Aufbauen der Verschlingung und Präzision beim Auflösen ohne Loslassen.
19Umgekehrter Korkenzieher
Die umgekehrte Variante des Korkenziehers: Die Spiralbewegung läuft in entgegengesetzter Richtung ab, sodass sich die Dame (oder der Herr) aufwärts aus einer Unterposition herausschraubt. Die Drehrichtung ist gespiegelt zur Standardvariante und erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Führung. Häufig als Überraschungsvariation nach dem klassischen Korkenzieher eingesetzt.
20Hamsterrad
Beide Partner drehen sich in einer kontinuierlichen Rollbewegung umeinander herum – ähnlich einem Hamster im Laufrad. Der eine Partner läuft gleichsam „auf dem Rad" des anderen, indem er eng um ihn herumgeführt wird. Eine der energischsten Figuren im Friesenrock, die viel Schwung und Körpergefühl erfordert.
21Mäuschen
Eine kleine, witzige Figur, bei der sich einer der Partner sehr klein macht (tief in die Knie geht oder duckt), während der andere über ihn hinwegschreitet oder -gleitet. Das Bild des kleinen Mäuschens beschreibt die geduckte, kleine Haltung des einen Partners. Oft als Überraschungsmoment oder humorvolles Highlight in die Abfolge eingebaut.